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Montag, 3. Juli 2017

Extreme Zeiten erfordern extreme Stunts



Mission: Impossible 5 – Rogue Nation

Ein spektakulärer Auftakt, oder: Warum den größten Stunt schon am Anfang verbraten?
Der fünfte Teil der Mission Impossible-Reihe dreht sich um bürokratische Probleme, die die Auflösung des Geheimdienstes bedeuten würden und gleichzeitig den bzw. die Protagonisten auf sich selbst (und ihre übliche Hightech-Ausrüstung) stellt/-en. Diese sind damit beschäftigt, eine kriminelle Organisation zu zerschlagen.

Abgesehen von diesen Genreklischees als Fundament fußen die recht lose (und z.T. betont lose) verknüpften Szenen, die von spektakulär bis virtuos reichen, auf einem recht stabilen dramaturgischen Gerüst mit coolem Ende. Die Hauptrolle spielt Tom Cruise, den ich für halbwegs passabel halte und gleichzeitig die Kritik an seiner mangelnden Ausdrucksfähigkeit in Mimik und Gestik teile. Inwiefern es ein Besetzungsproblem ist, oder drehbuchbedingt, dass seine Rolle Ethan Hunt etwas blass wirkt, kann ich nicht klar entscheiden; vermutlich von beidem etwas.

Um nicht zum Boddymovie zu verkommen, wird er in der Figurenkonstellation in die Nähe der Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson,  die auch in der Fortsetzung mitspielen wird) gerückt, deren Rollenkonzipierung zu einigen Wendungen führt, um die Figur weder zur Enttäuschung der Zuschauer zu kreieren noch leicht zu erraten sein zu lassen. Eine gewisse Vorhersehbarkeit ist vermutlich auch aus dem Verhältnis zwischen dem Film, seinen Genremarkierungen und der Erfahrung der Zuschauer  zu erklären. In der weiteren Figurenkonstellation ist noch die Besetzung zweier unterschiedlicher Rollen mit ähnlich aussehenden Schauspielern irritierend, zumal es sich bei ihnen nicht um bekannte Persönlichkeiten handelt.

Der Ensemblefilm verfügt insgesamt gar nicht so sehr über Humor, Charme und Coolness. Manchmal wirkt er etwas zu selbstverliebt und schwächelt durch seine starke Präsenz der Organisationen hinter den Protagonisten. Dies ist auch eine der Schwächen, die er gegenüber der Genreverwandtschaft zeigt. Dort gelingt häufig das eine oder andere unbeachtet ‚besser‘ als bei Mission Impossible. Gleichzeitig zeigt Rogue Nation aber auch gegenüber der aktuellen Konkurrenz die Möglichkeiten dieses (Sub-)Genres auf, da er unterm Strich ein starker Film bleibt (oder eine starke Szenensammlung?). Der qualitative Anschluss an den Vorgängerfilm wurde trotz (oder gerade wegen?) des Regiewechsels gewahrt.


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JAH

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